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Journals 2025 DE

Planung der neuen Gänstorbrücke in Ulm

Klähne Thomas · Sweers Bastian · Roth Timo

Abstract Die neue Gänstorbrücke wird die von Ulrich Finsterwalder im Jahr 1950 errichtete Spannbetonrahmenbrücke über die Donau zwischen den Städten Ulm und Neu‐Ulm ersetzen. Der Bauwerksentwurf geht aus einem 2019/2020 ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb hervor. Das geplante Bauwerk ist ein einfeldriges integrales Verbundrahmenbauwerk mit einer lichten Weite von 86,50 m und damit eines der längsten Bauwerke seiner Art in Deutschland. Es besteht aus zwei Teilbauwerken. Der Überbau jedes Teilbauwerks ist ein fünfzelliger Hohlkasten aus Stahl mit einer 25 cm dicken Stahlbetonplatte, der in tiefgegründete Widerlager eingespannt wird. In Anlehnung an die alte, als herausragendes Beispiel für die Ingenieurbaukunst geltende Spannbetonbrücke besticht der Entwurf durch sein schlankes Erscheinungsbild. Die große Schlankheit wird neben der Wahl des statischen Systems durch die Querschnitts‐ und Materialwahl sowie die Montagereihenfolge erreicht. Im Beitrag wird über die statische Konzeption, die Herstellung sowie die Planung maßgebender Details wie u. a. die Ausbildung der Rahmenecke und die Leitdetails des Stahlbaus berichtet. Dabei war die integrierte Planung des Stahl‐ und Massivbaus mithilfe von 3D‐Modellen in der Statik und Konstruktion von großem Vorteil.

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Materialoptimierung mittels numerischer Berechnungen bei der Bemessung der Kleinen Schleuse Kiel‐Holtenau

Zarev Veselin · Johmann Stephan · Schmidt Christian

Abstract Zur Tragwerksplanung des Massivbaus des Ersatzneubaus der Kleinen Schleuse Kiel‐Holtenau ist hinreichende Kenntnis über die räumliche Bettungsmodulverteilung der Sohlplatte der Schleuse erforderlich. Der Bettungsmodul ist eine Systemgröße, welche vom Baugrund, der Gesamtsteifigkeit des Schleusenbauwerks sowie vom Bauablauf abhängig ist. Durch Berücksichtigung des gesamten Bauablaufs in den numerischen Modellen, insbesondere der vorteilhaften Wirkung der Mikro‐ bzw. Auftriebspfähle der Unterwasserbetonsohle der Baugrubensicherung, konnten höhere Bettungsziffern nachgewiesen werden. Dadurch war eine Reduzierung der ursprünglich geplanten Sohldicke um 0,50 m möglich, was sich in einer deutlichen Material‐, CO 2 ‐ und Kostenersparnis widerspiegelte und für die Nachhaltigkeit beiträgt.

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Bericht des Arbeitskreises „Baugruben“

Hettler Achim · Kinzler Steffen · Herten Markus +2 more

Abstrakt Der Arbeitskreis „Baugruben“ der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT) veröffentlicht seit 1968 regelmäßig Empfehlungen für die Berechnung, Bemessung und Konstruktion von Baugrubenumschließungen. Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über die aktuellen Arbeiten. Im vergangenen Jahr erfolgte in der Hauptsache die Mitwirkung bei der Kommentierung der Entwürfe der zweiten Generation des Eurocode 7. Ein weiterer Schwerpunkt war die EB 52 „Tragfähigkeit von Steifen“ und eine Anfrage zum Thema Bemessung unter Annahme dränierter oder undränierter Bedingungen.

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Faschinen aus Holzwolle für nachhaltige Hang‐ und Ufersicherung

Lifa Imad · Braun Seraina

Abstrakt Dieses Projekt stellt eine neue ingenieurbiologische Anwendung von Holzwolle im Tiefbau vor. Sie eignet sich insbesondere für die Sicherung von Hängen und Uferböschungen sowie für den naturnahen Wasserbau. In diesem Bericht werden die Ergebnisse einer dreitägigen Forschungsarbeit zu Holzwolle‐Faschinen vorgestellt. Das Ziel der Forschung war es, herauszufinden, wie Holzwolle‐Faschinen aufgebaut und eingesetzt werden müssen, um Böschungen unterschiedlicher Neigungsklassen wirksam zu stabilisieren. Anschließend soll die Anwendung für künftige Hang‐ und Ufersicherungen mit Holzwolle‐Faschinen definiert werden. In einem Großlaborversuch wurde eine Testfläche zur Hangstabilisierung mit unterschiedlichen Faschinenkonfigurationen verbaut. In weiteren drei Pilotprojekten wurden Hangflächen und Bachabschnitte mit Faschinen stabilisiert. Dadurch konnte primär der Begrünungserfolg im Fließgewässer nachgewiesen und mit traditionellen Baumaßnahmen verglichen werden. Holzwolle‐Faschinen können traditionelle Totholz‐ und Lebendholzfaschinen ersetzen oder mit ihnen kombiniert werden. Sie eignen sich für die Reparatur von flachgründigen Rutschungen sowie für die Sicherung von Hängen und Ufern.

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From silence to academic engagement: How refugee children with disabilities access learning through inclusive ‘artful’ schools in Canada

Barber Susan

Abstract Many newcomer children spend a ‘silent year’ in elementary school classrooms while they adjust to a new culture and language. This often delays inclusion in learning and forming friendships with peers. For refugee children with disabilities (RCDs) this phase may last for 3 years or more, impacting their mental health and sense of belonging, and potentially worsening issues they carry from experiences of war and violence. This paper suggests that these barriers might be overcome through capitalising on strategies that circumvent spoken language by relying on the universal language of art. While making art, children naturally explore their identities, decide how they will present themselves to others, find meaning in a healing narrative and safely process bad memories. The main goal of the study was to uncover hidden ‘knowledge of self and others’ through an arts‐based research approach. Five arts education and art therapy methods with 49 children (aged 7–9) were implemented and evaluated, including self‐portraits, emoji games, read‐aloud story books, paper‐bag puppets and digital stories. Findings reveal that over time, students undergo noticeable changes in their cognitive and affective understandings with exposure to art, and improve their language ability, self‐esteem and well‐being. An unexpected outcome was how the arts may scaffold RCDs into academic learning earlier than expected. Examples of student art are included in Appendix A.

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Crafting agency in a host community: Accessing and participating in the English higher education sector by Ukrainian refugees

Kushnir Iryna · Richards Ellis

Abstract Following Russia's launch of a full‐scale war against Ukraine in 2022, scholarship has not yet addressed how Ukrainian refugees in England have been navigating the challenges of developing their agency in pursuing opportunities to participate in the higher education (HE) sector. To address this gap, this paper thematically analyses 11 oral history interviews with Ukrainian refugees. The findings demonstrate that accessing and participating in the HE sector in a host community is a significantly complicated process not just for the (prospective) student population of Ukrainian refugees, as other studies about refugees highlight, but for academics too, despite special support measures. Unlike previous studies that emphasise the passive position of refugees, stripped of their agency, our findings highlight the active nature of Ukrainian refugees' limited agency. Pursuing participation in the HE sector becomes an active agency‐seeking process, prompting refugees to craft ways to pull all available resources and connections far beyond the HE sector in the effort to overcome the constraints of their marginalised position with regard to access and effective participation in the HE sector. These findings are significant not only for addressing existing gaps in the literature on refugee agency and refugees in HE in general, as well as Ukrainian refugees in particular, but also for informing policymaking at the national and institutional levels in England and beyond. These findings highlight the effectiveness of current support measures for Ukrainian refugees in England and point to specific challenges related to the HE environment which require further policy interventions: recognition of prior qualifications, building social networks, utilising technology, enhanced English language support and financial assistance.

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CFK‐Vorspannung für Modulbrücken

Bielak Jan · Will Norbert · Claßen Martin +2 more

Abstract In einem bisher einzigartigen Großversuch wurde ein 16 m langer CFK‐Spannbetonträger mit sofortigem Verbund experimentell untersucht. Ziel war es, die Biege‐ und Querkrafttragfähigkeit sowie das Verformungsverhalten von CFK‐vorgespannten Bauteilen unter realitätsnahen Belastungsbedingungen zu analysieren, um den Einsatz nichtmetallischer Vorspannbewehrungen im modularen Brückenbau zu ermöglichen. Der getestete Prototyp eines Modulträgers kombiniert CFK‐Spannlitzen, CFK‐Gitter und CFK‐Stäbe und zeigt das Potenzial dieser korrosionsbeständigen Bewehrungen für den Einsatz im Brückenbau mit Fertigteilen. Die experimentell ermittelten Biege‐ und Querkrafttragfähigkeiten stimmen gut mit wissenschaftlichen Modellen überein, die nun in allgemein anwendbare Regelwerke überführt werden sollen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden bereits erfolgreich für den Bau eines realen Brückenprototyps in Sachsen genutzt, der sich von September 2023 bis November 2024 im Rahmen einer temporären Bundesstraßenumfahrung bewährt hat. Die gewonnenen Erkenntnisse erweitern die umfangreichen vorhandenen Untersuchungen zum Carbonbeton im gesellschaftlich zunehmend relevanten Bereich der Infrastrukturbauwerke.

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Modelle zur Torsionstragfähigkeit für den Neubau und für Bestandsbauwerke

Görtz Stephan · Widell Patrick

Abstract Im Rahmen eines von der Bundesanstalt für Straßenwesen beauftragten Forschungsvorhabens wurde eine Datenbank mit 1530 Torsionsversuchen erstellt und hieran Bemessungsmodelle im Kontext der DIN EN 1992 bzw. der Nachrechnungsrichtlinie systematisch ausgewertet. Zielsetzung war es, einerseits Sicherheitsdefizite zu identifizieren und darüber hinaus Traglastpotenziale im Hinblick auf die Nachrechnung von Bestandsbauwerken aufzuzeigen.

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Ultraschlanke vorgespannte Carbonbetonbinder – Pilotanwendung in einer Schulsporthalle Teil 1

Schumann Alexander · Wagner Juliane · Deutscher Melchior

Abstrakt Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde in Dresden erstmals ein Dachtragwerk aus vorgespanntem Carbonbeton unter realen Bau‐ und Nutzungsbedingungen umgesetzt. Die neue Einfeld‐Sporthalle an der 49. Grundschule erhielt ein Dachsystem aus vorgespannten und vorgefertigten Carbonbetonbindern und dünnen vorgespannten Carbonbetonplatten. Ziel war es, ressourcenschonende, langlebige und zugleich filigrane Tragwerke im Sinne eines Transfer‐ und Praxisprojekts zu realisieren. Trotz fehlender bauaufsichtlicher Regelwerke für die Vorspannung mit Carbonbewehrung gelang es durch umfangreiche Voruntersuchungen, konservative Bemessungsansätze und gezielte experimentelle Prüfungen sowie eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) / vorhabenbezogene Bauartgenehmigung das Tragwerk umzusetzen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Carbonbeton in Verbindung mit Vorspannung erhebliche Vorteile im Hinblick auf Materialeinsparung, Dauerhaftigkeit und Ressourceneffizienz bietet. Gleichzeitig wurden Herausforderungen aufgezeigt, etwa hinsichtlich Fertigungstoleranzen bei sehr schlanken Querschnitten, der Stabilitätsnachweise während des Transports und der Montage sowie der Entwicklung geeigneter Anschlussdetails. Die Besonderheiten und Herausforderungen bei der Planung, der Umsetzung sowie zum Vorspannen mit Carbonbeton werden anhand des Pilotprojekts in diesem Beitrag aufgezeigt. Das Projekt bildet eine wesentliche Grundlage für den weiteren Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis und zeigt Wege auf, wie Carbonbeton künftig wirtschaftlicher und effizienter im Bauwesen eingesetzt werden kann.

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Titelbild: Beton‐ und Stahlbetonbau 2/2025

Abstract Zum Titelbild : Die Carolabrücke im Herzen der Dresdner Altstadt – eine Momentaufnahme vom 12. Dezember 2024 aus südwestlicher Richtung mit der Frauenkirche im Vordergrund und der historischen Albertbrücke im Hintergrund. Markant sichtbar sind die Überbauabschnitte des Neustädter Kragträgers, die am Strompfeiler lehnen – der maßgebenden Versagensstelle des Überbaus. Seit dem Teileinsturz im September 2024 prägen diese Überreste das Stadtbild. Zum Zeitpunkt der Aufnahme sind die Abbrucharbeiten über den Elbwiesen am Neustädter Ufer (links) und auf der Altstädter Seite (rechts) bereits weit fortgeschritten. Das Stromfeld der Brücke befindet sich jedoch noch in der Elbe. Auf den verbliebenen Überbauten fallen in den Stützbereichen neben dem Stromfeld weiße Untersuchungsflächen ins Auge, an denen Spannstahlproben zur Aufklärung der Schadensursache entnommen wurden. Grund für den Einsturz der Brücke war Spannungsrisskorrosion. Zur Detektion von Spanndrahtbrüchen hat sich die Schallemissionsanalyse als bedeutsame Methode etabliert. Diese Technologie kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung des Weiterbetriebs gefährdeter Bauwerke liefern. Eine neue Richtline der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung bietet Anleitung für die Implementierung und Anwendung der Schallemissionsanalyse zur Detektion von Spanndrahtbrüchen – mehr dazu im Bericht auf S. 150–164. (Foto: MKP GmbH, Alexander Burzik)

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