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2009 DE
Weippert Matthias · Thielmann Beatrice · Stoll Regina
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Hintergrund: Aufgrund enger funktioneller Beziehungen zwischen autonomen Regelzentren und Gehirnstrukturen, die für Motivation, Aufmerksamkeit, Affekte und exekutive Funktionen zuständig sind, wird die autonome Dynamik als Mediator kognitiver Leistungen, aber auch kardiovaskulärer und psychosomatischer Erkrankungen angesehen. Die Herzratenvariabilität (HRV) ist ein Indikator autonomer Kontrollprozesse. Ziel der Studie war – mit Hilfe der Messung der kardialen Reaktion auf psychische Belastungen – aus präventivmedizinischer Sicht relevante Antwortmuster auf psychische Belastungen zu erkennen. Außerdem sollte geprüft werden, ob Parameter der Ruhe-HRV prädiktiven Wert hinsichtlich der Art der kardiovaskulären Antwort auf psychische Stressoren besitzen.
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2009 DE
Schwesig René · Becker Stephan · Lauenroth Andreas
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In der neurologischen Rehabilitation sind insbesondere das nigrostriatale und cerebelläre System wichtige posturale Subsysteme. Ziel dieser Untersuchung war es, zu prüfen, ob sich beide Systeme posturographisch mittels Spektralanalyse differenzieren lassen. In die Querschnitt-untersuchung wurden 156 Personen, 52 Gesunde (Kontrollgruppe), 52 Morbus-Parkinson-Patienten und 52 Patienten mit Kleinhirnerkrankungen (Durchschnittsalter: 61,3±13,4 Jahre), eingeschlossen. Als Untersuchungsmethode kam das Interaktive Balance-System (IBS) zur Anwendung, das differenziert auf vier Kraftmessplattformen vertikale Kräfte im Vorfuß- und Rückfußbereich in acht standardisierten Testpositionen erfasst. Überdies ermöglicht es eine frequenzanalytische Aufbereitung des Kraft-Zeit-Signals. Die statistische Auswertung erfolgte mittels univariater, mehrfaktorieller Kovarianzanalyse. Varianzanalytisch fanden sich zwischen M.-Parkinson-Patienten (Mittelwert/95% Konfidenzintervall: 23,0/20,5–25,5) und den Probanden der Kontrollgruppe (Mittelwert/95% Konfidenzintervall: 16,7/14,2–19,2) die größten Unterschiede im Frequenzbereich F 1. Patienten mit Kleinhirnerkrankungen unterschieden sich hingegen in allen Frequenzbereichen signifikant von den Probanden der Kontrollgruppe. Patienten mit Kleinhirnerkrankungen zeigten im Vergleich mit M.-Parkinson-Patienten (p<0,001) und Probanden der Kontrollgruppe (p<0,001) eine konsistent niedrigere posturale Stabilität. Die vorliegende Untersuchung deutet darauf hin, dass sich das cerebelläre und nigrostriatale System mittels Posturographie frequenzanalytisch differenzieren lassen. Mit dem IBS steht ein Assessment zur Verfügung, dessen Verwendung in der neurologischen Rehabilitation differentialdiagnostisch, auch aufgrund seiner hohen Praktikabilität, durchaus sinnvoll erscheint.
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2009 DE
Heimann Konrad · Steffen Matthias · Bernstein Nina
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Hintergrund: Die magnetische Bioimpedanzmessung (MBM) ermöglicht die Bestimmung des Widerstandes in biologischem Gewebe mit Hilfe von magnetischen Wechselfeldern, d.h. sich zeitlich ändernden Magnetfeldern. Diese entstehen, wenn im Körper leitende Fluide bei Atemtätigkeit (Luft, schlecht leitend) oder Herzaktion (Blut, gut leitend) verschoben werden. Als Folge verändert sich die Widerstandsverteilung im Thorax, und es kommt zur Verschiebung seines Gesamtwiderstandes. Mittels Spulen werden diese Veränderungen kontaktlos registriert und aufgezeichnet. Dieses Messprinzip wurde bisher in einem Tiermodell mit ausgewachsenen Schweinen und bei gesunden Erwachsenen angewandt. Ein neonatales Tiermodell existiert nicht. Unser Ziel war es, mittels MBM kontaktlos Atemtätigkeit und Herzaktion bei neugeborenen Ferkeln zu messen, um dieses Verfahren gegebenenfalls als Modell zur Evaluation von Störungen der Herz- und Atemfunktion im Neugeborenenalter zu testen.
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2009 EN
George Lakoff
This article is reprinted by kind permission of the author.It first appeared on the eve of the first Gulf War in 1991. Metaphors can kill. The discourse over whether we should go to war in the Gulf is a panorama of metaphor. Secretary of State Baker sees Saddam as ‘sitting on our economic lifeline’. President Bush sees him as having a ‘stranglehold’ on our economy. General Schwartzkopf characterizes the occupation of Kuwait as a ‘rape’ that is ongoing. The President says that the US is in the Gulf to ‘protect freedom, protect our future, and protect the innocent’, and that we must ‘push Saddam Hussein back’. Saddam is seen as Hitler. It is vital, literally vital, to understand just what role metaphorical thought is playing in bringing us to the brink of war. Metaphorical thought, in itself, is neither good nor bad; it is simply commonplace and inescapable. Abstractions and enormously complex situations are routinely understood via metaphor. Indeed, there is an extensive, and mostly unconscious, system of metaphor that we use automatically and unreflectively to understand complexities and abstractions. Part of this system is devoted to understanding international relations and war. We now know enough about this system to have an idea of how it functions. The metaphorical understanding of a situation functions in two parts. First, there is a widespread, relatively fixed set of metaphors that structure how we think. For example, a decision to go to war might be seen as a form of cost-benefit analysis, where war is justified when the costs of going to war are less than the costs of not going to war. Second, there is a set of metaphorical definitions that allow one to apply such a metaphor to a particular situation. In this case, there must be a definition of ‘cost’, including a means of comparing relative ‘costs’. The use of a metaphor with a set of definitions becomes pernicious when it hides realities in a harmful way. It is important to distinguish what is metaphorical from what is not. Pain, dismemberment, death, starvation, and the death and injury of loved ones are not metaphorical. They are real and in a war, they could afflict tens, perhaps hundreds of thousands, of real human beings, whether Iraqi, Kuwaiti, or American.
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2009 DE
Greuel Gert-Martin · Matt Andreas Daniel
Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach konzipierte gemeinsam mit Mathematikern aus Deutschland, Osterreich, Belgien, Frankreich, den USA und Kanada die interaktive Wanderausstellung IMAGINARY, die im Jahr der Mathematik 2008 in 14 deutschen Stadten und bei vielen Sonderaktionen zu sehen war. In diesem Artikel mochten wir Hintergrunde der Ausstellung beleuchten, Erfahrungen im Jahr der Mathematik teilen und einen Ausblick auf die zukunftige Planung geben.
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2009 DE
Landsmann Klaas
Einleitung des ¨ Ubersetzers: Die Mathematik in den Niederlanden sah sich in den letzten 25 Jahren mit einem starken Ruckgang der Studentenzahlen konfrontiert, mit Konse- quenzen auch fur die mathematische Forschung. Zu einem erheblichen Teil werden die Ursachen des Problems im Schulbereich gesehen. Der folgende Artikel erschien zuerst - in englischer Sprache - 2008 im NAW1; die ¨ Ubersetzung ist mit einer neuen Einleitung versehen und einige kleine Modifikationen wurden vorgenommen. Die geschilderten Probleme sind auch in Deutschland akut, wenngleich sich, bedingt durch den Bildungsfoderalismus, kein einheitliches Bild ergibt. In Zukunft werden sich die Probleme eher noch verstarken: Einigen Bundeslandern diente das hollandische Konzept fur "Wiskunde A", das im Artikel stark kritisiert wird, als Anlass fur eine eigene Lehrplanreform. Die neuen Lehrplane werden offenbar mit wenig Rucksicht auf die vorbereitende Funktion der Schulmathematik fur zahlreiche Studiengange an Uni- versitaten und Fachhochschulen entworfen. Die Folgen sind in den mathematischen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengangen etwa an der RWTH Aachen be- reits spurbar. Zusatzlich stehen - unbeeindruckt von der hervorragenden Wirkung vieler Aktionen zum Jahr der Mathematik in der ¨ Offentlichkeit - im Rahmen der Umstellung auf G8 weitere quantitative und qualitative Kurzungen bevor. (Unter anderem ist in NRW eine Abschaffung der Leistungskurse vorgesehen.) Die Auswirkungen sind noch nicht komplett abzusehen. Ein Blick nach Holland zeigt aber mogliche Entwicklungen auf. Der Blick nach Holland zeigt aber auch, dass es sich lohnt, eine Diskussion zu initiie- ren. In den Niederlanden hat sich eine solche breite Diskussionuber Schul-Curricula entwickelt; in die Neugestaltung sind auch Fachvertreter der Mathematik an den Uni- versitaten einbezogen. Klaas Landsman ist Professor fur Mathematische Physik an der Radboud-Universitat Nimwegen. Er war Hauptantragsteller des unten erwahnten GQT-Forschungsclusters und war Mitglied des "Mathematics Soundboard" des niederlandischen Ministeriums 1 Nieuw Archief voor Wiskunde 5/9, nr.2, 138-140.
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2009 DE
Bartsch Alice
Einige Märchen erreichten nach ihrer Verfilmung einen weltweiten Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Besonders in den kommunistischen Ländern Osteuropas arbeitete eine ganze staatliche Unterhaltungsindustrie daran, aus Märchenstoffen erfolgreiche Kinohits zu machen. Einer der berühmtesten Regisseure des sowjetischen Kinder- und Jugendfilm-studios Sojuzdetfil'm war Aleksandr Rou, dessen Filme auch als Exporte in die DDR zum Schlager wurden. Die Analyse einer seiner Erfolge, Morozko (1964/65), soll veranschaulichen, daß Märchenfilme ein beliebtes Instrument sowohl der sowjetischen Erziehung als auch der Verbreitung der sowjetisch interpretierten russischen Nationalidee waren. Bei ihrer Umsetzung wurde auf eine Formensprache zurückgegriffen, die zum Ende des 19. Jahrhunderts von Künstlern und Komponisten in Rußland entwickelt worden war. So folgte Morozko dem Modell der Nationaloper in der klassisch gewordenen Umsetzung von Rimskij-Korsakov, der ebenfalls mit Märchenstoffen gearbeitet hatte. Dadurch wurde Morozko zu einer Art sowjetischer Operette.
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2009 DE
Messerli Alfred
Anläßlich der Tagung Folklore als Tatsachenbericht (21.–23. September 2000), die von Jürgen Beyer und Reet Hiiemäe am Estnischen Literaturmuseum (Eesti Kirjandusmuuseumis) in Tartu organisiert worden war, hatte Alfred Messerli Gelegenheit, mit dem Erzählforscher und Folkloristen Isidor Levin zu sprechen. Von seinem Lehrer, Rudolf Schenda, wußte er von dem Gelehrten Isidor Levin als einer ‚lebenden Legende‘. Teile dieses Gesprächs sind im folgenden wiedergegeben. Levin hat den transkribierten Text in Hinblick auf die Publikation in Fabula gelesen und mit Erweiterungen versehen.
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2009 DE
Friedrich Daniel · Kollewe Kathleen · Lambertin Knut
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Das Verhältnis von Gewerkschaften und Parteien ist seit ihrer Entstehung in der Diskussion: Mit Ende des Krieges und der Schaffung der Einheitsgewerkschaft in Deutschland war die grundlegende Diskussion über die Rollenverteilung, die die Zeit vor den Weltkriegen beherrscht hatte, beigelegt. Parteien erhielten schon grundgesetzlich eine andere Rolle zugeschrieben als die Gewerkschaften. Heute geht es nicht um Gleichberechtigung von Gewerkschaften und Parteien wie im vorletzten ausgehenden Jahrhundert oder darum, den Gewerkschaften bestimmte Parteien zuordnen zu können. Die Unabhängigkeit der Gewerkschaften ist im Statut des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) festgeschrieben und die Debatte um Neutralität versus Unabhängigkeit wurde in den 1950er und 1960er Jahren erschöpfend geführt. Wichtig ist hier der Unterschied zwischen Neutralität und Unabhängigkeit: Gewerkschaften müssen in ihrer Ausprägung als Einheitsgewerkschaften parteipolitisch unabhängig sein, aber nicht neutral. Denn Position zu beziehen als strenger Kritiker der Politik gestaltenden Institutionen ist dabei ein urdemokratisches Recht.
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2009 DE
Hark Sabine
»Zum ersten Mal in der englischen Geschichte kann eine Tochter eines gebildeten Mannes ihrem Bruder auf seine Bitte hin eine Guinee, die sie selbst verdient hat, [...] geben, ohne als Gegenleistung dafür etwas zu verlangen. Sie ist ein freies Geschenk, ohne Angst gegeben, ohne Schmeichelei, ohne Bedingungen. Das, Sir, ist ein Ereignis, das in der Geschichte der Zivilisation von so großer Tragweite ist, daß eine Art Feier angebracht scheint [...] Lassen Sie uns eine Zeremonie für dieses neue Ereignis erfinden. Was wäre passender, als ein altes Wort zu vernichten, ein böses und korruptes Wort, das zu seiner Zeit viel Schaden angerichtet hat und inzwischen überholt ist? Das Wort >Feministin die für die Rechte von Frauen eintrittFeministin Unsere Forderung war nicht nur eine Forderung nach den Rechten der Frausie war größer und tiefer; sie bezog sich auf die