Indifferenz oder: Prothesen des Gefühls. Bemerkungen zur Variation einer männlichen Emotion
Historically, indifference and disinterest belong to a variable semantic field of anti-feeling. This anti-feeling is predominantly gendered as male, and linked to a “self-fashioning of coolness”. Philosophical traditions of indifference go back to Hellenistic sources and range from Nietzsche's cynicism, over Plessner's cool persona, to Sloterdijk's “Kynismus”. They concern themselves with technologies of the self and stress disinterest as a strategy of survival. In the 1920s in Germany, Helmuth Plessner, Georg Simmel and Ernst Jünger argued that modern life in urban and capitalist environments generate emotional coolness; they foreground things and surfaces, yielding a poetics of “Sachlichkeit”. According to Jünger, war and the military form an attractive background for the concept of indifference. Joseph Roth and Erich Kästner play in their novels with the aesthetic possibilities of nearness and distance. Unable to live truly, their protagonists are forced to observe life from a distance. Albert Camus and Michel Houellebecq adopt this tradition of indifference, linking their disinterested heroes with moral monstrosities and perversions.
“Vive la France et la Hollande amies!” The Netherlands-France Society between 1916 and 1919. The Construction of a Repertoire
During the First World War and the interwar period, bilateral societies played an important role in the processes of literary and cultural transfer between the Netherlands and the surrounding countries. This article sets out to explore part of the reception of French literature and culture in the Netherlands by studying the cultural repertoire developed within the “Genootschap Nederland-Frankrijk” (The Netherlands-France Society) between 1916 and 1919. Analysis of the institutional settings and discursive practices concerning this international transfer brings to light how some prominent spokesmen in and around the Society constructed a strategic repertoire in order to (re)define Dutch cultural identity.
Zukunftserwartungen der deutsch-jüdischen Gesellschaft im langen 19. Jahrhundert
Future expectations expressed by societies of the past help the historian to develop better insight into their state of mind and understand their modus operandi. The article is one in a series of articles dealing with future expectations of the German Jews and is dedicated to their expectations during the long 19 th century. An important source are articles that appeared in the German-Jewish press towards the end of a year, the time for making prognoses. The main objects of collective expectation change over time and vary in the different groups within Judaism (assimilationists, Zionists, Orthodox). The main issues dealt with are the challenge of modernity, assimilation, demographic revolution, anti-Semitism and Zionism. With World War I the pattern of approaching the future changes radically.
Jewish Immigrants in Vienna before the First World War
Gremien. Aus der 56. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 23. April 2009 in Wien
Im Juni 2009 geht das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt "Internationalisierung der deutschen Standards: Umstieg auf MARC 21" zu Ende. Es hat die Grundlagen für den Umstieg von MAB2 auf MARC 21 in Deutschland und Österreich gelegt. Zum Abschluss des Projekts führte die Deutsche Nationalbibliothek ein Symposium durch. An der Veranstaltung nahmen neben Referenten aus der DNB Gabriele Meßmer vom Bayerischen Bibliotheksverbund (BVB) und Cornelia Katz aus dem Bibliotheksservice-Zentrum BadenWürttemberg (BSZ), die unmittelbar am Projekt beteiligt sind, auch drei ausgewiesene Experten aus dem internationalen MARC-Umfeld teil: Sally McCallum, die Leiterin des Network Development and MARC Standards Office an der Library of Congress, Margaret Stewart, die als JSC-Vorsitzende und Mitglied des Canadian Committee on MARC, des MARC Advisory Committee und von MARBI die beiden Aspekte Format und Regelwerk gleichermaßen kompetent vertreten kann, und Tom Delsey der u. a. maßgeblich an der Entwicklung der FRBR beteiligt war und Herausgeber der RDA ist. Die Veranstaltung fand am 2. Juni 2009 in Frankfurt am Main statt.
Migrations and Connections: Latin America and Europe in the Modern World
Von 3. bis 8. Juli 2009 wird in Berlin unter dem Titel Migrations and Connections: Latin America and Europe in the Modern World die 54. Jahrestagung der SALAM (Seminar on the Acquisition of Latin American Library Materials) stattfinden. Gastgebende Institution ist das Ibero-Amerikanische Institut, Europas größte Forschungsbibliothek zu Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugal. SALALM wurde 1956 in den USA gegründet und ist der wichtigste Dachverband von Bibliotheken mit lateinamerikabezogenen Beständen. Kernpunkte von SALALM sind der fachbezogene Austausch unter wissenschaftlichen Bibliothekaren und die Förderung von Netzwerken. Darüber hinaus war SALALM stets Initiator und Träger zentraler bibliographischer Erschließung sowie Publikationsort für mehrere Zeitschriften und Schriftenreihen. Nach vielen Jahren tagt SALALM 2009 zum ersten Mal wieder in Europa. Das wissenschaftliche Tagungsprogramm umfasst drei Themenschwerpunkte: die Migrationsbewegungen zwischen den Kontinenten, der Transfer von Wissen, Ideen und kulturellen Praktiken sowie die Analyse der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Lateinamerika und Europa. Tagungssprachen sind Englisch und Spanisch. Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Vorträgen werden sich die bedeutendsten Bibliotheken, Archive und digitalen Sammlungen zu Lateinamerika in Europa vorstellen, weiterer Raum wird für die Vorstellung von Forschungseinrichtungen und Forschungsförderern sein. In einer umfangreichen Ausstellung präsentieren sich Buchhändler und Bibliotheksdienstleister aus Lateinamerika, den USA und Europa.
Intraorale Diagnostik mittels konfokaler Laser-Scanning-Mikroskopie / Intraoral diagnostics using confocal laser scanning microscopy
Das Ziel dieser klinischen Studie war die Untersuchung und Beurteilung der gesunden menschlichen oralen Mukosa, der Oberflächenbeschaffenheit dentaler Materialien sowie die Darstellung des Randschlussverhaltens und der Eigenschaften dentaler Komposite, metallischer und keramischer Restaurationen in Verbindung mit dem Zahnschmelz. Es wurden 45 Patienten im Alter zwischen 17 und 69 Jahren mit einem neuartigen digital-konfokalen Laser-Scanning-Mikroskop untersucht. Das Gerät arbeitet im Kontaktverfahren über ein Wasserimmersionsobjektiv und einen Diodenlaser mit einer Wellenlänge von 670 nm. Mittels eines computergesteuerten z-Scans können optische Schnitte in definierten Tiefen erzeugt werden. Unter Verwendung einer 0,5 mm dicken sterilen PMMA-Kappe ist es möglich, Ergebnisse mit exakten Tiefeninformationen in einer sehr guten Qualität zu erhalten. An der oralen Mukosa sind Zellen, Zellkerne und subzelluläre Strukturen bis in eine Tiefe von 200 μm zu erkennen. Auch die für die Ernährung des Gewebes entscheidenden Blutgefäße sowie Erythrozyten lassen sich in vivo darstellen. Entzündlich veränderte Gingiva kann durch die Infiltration von Entzündungszellen exakt identifiziert werden. Der Zahnschmelz sowie dentale Komposite ermöglichen Eindringtiefen bis 80 μm, wobei sich die Verbundzone beider Strukturen und die Qualität ausgeführter Restaurationsmaßnahmen beurteilen lassen. Die konfokale In - vivo -Mikroskopie ermöglicht weiterhin die Einschätzung der Oberflächenbeschaffenheit und des Randschlussverhaltens dentaler Keramiken sowie metallischer Werkstoffe.
Analyse des biomechanischen Verhaltens von kieferorthopädischen Brackets mit unterschiedlichen Verschlussmechanismen / Biomechanical analysis of orthodontic brackets with different closing mechanisms
Ziel der Untersuchung war, das biomechanische Verhalten von kieferorthopädischen Brackets aus Metall, Keramik und Kunststoff miteinander zu vergleichen. Es wurden sechs unterschiedliche Brackettypen untersucht, darunter auch Hanson Speed™- und Damon ® 2-Brackets, die über spezielle Verschlussmechanismen verfügen. Des Weiteren wurden konventionelle Metall-Brackets (Ultratrimm ® , Discovery ® ), ein Keramikbracket (Fascination ® 2) und das Polycarbonatbracket Brillant ® gemessen. Der Drehmomentübertrag durch Torquen von Stahldrähten der Größen 0,40 mm×0,56 mm, 0,46 mm×0,56 mm, 0,46 mm×0,64 mm und 0,48 mm×0,64 mm wurde in den jeweiligen Brackets gemessen, indem die klinische Rotationsbewegung eines oberen mittleren Schneidezahnes in einem biomechanischen Messsystem simuliert wurde. Dabei wurde ein vestibulärer Kronentorque von 20° ausgeübt und die Korrektur der Fehlstellung experimentell simuliert. Jede Bracket/Drahtkombination wurde fünfmal gemessen. Folgende Werte wurden erfasst: maximales Torquedrehmoment, Korrektur des Torquewinkels und Drehmoment/Torque-Rate. Die höchsten Drehmomente (35 Nmm) zeigten Keramikbrackets (Fascination ® 2) bei Verwendung des Stahldrahts der Dimension 0,48 mm×0,64 mm. Die effektivste Torquekorrektur wurde mit den Kunststoffbrackets erzielt (17°). Die kleinsten Drehmomente lagen bei 5,2 Nmm (Damon ® 2, 0,40 mm×0,56 mm Stahldraht), also in der Größenordnung des in der Kieferorthopädie empfohlenen Mindestdrehmoments (5 Nmm). Ähnlich geringe Anfangsdrehmomente zeigten Discovery ® -Brackets. Insgesamt waren jedoch nur geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Materialkombinationen festzustellen. Das Spiel des Drahtes im Bracketslot ist klinisch offensichtlich von größerer Bedeutung als Designunterschiede der Brackets.
Oberflächenmodifikation metallischer Implantatmaterialien durch Niederdruckplasmabehandlung / Surface modification of metal implant materials by low-pressure plasma treatment
Hintergrund: Die Plasmabehandlung medizinischer Implantatmaterialien führt zu einer Veränderung der Oberflächenenergie und der Benetzungseigenschaften von Materialien. Diese Veränderungen haben signifikanten Einfluss auf die Proteinadsorption sowie das Zellwachstumsverhalten auf der Materialoberfläche. Ziel der Studie war es, die plasmabedingten Veränderungen metallischer Implantatmaterialien quantitativ nachzuweisen und zu analysieren, ob durch eine Variation unterschiedlicher Einflussfaktoren wie Druck, Leistung, Gasmischung und Behandlungsdauer die Oberflächenenergie beeinflusst werden kann. Als weiteres Ziel sollte versucht werden, diese veränderten Oberflächeneigenschaften nutzbar zu machen und medizinische Implantate mit einer zellinduktiven Polyaminosäurebeschichtung zu versehen, um somit die Biokompatibilität der Materialien zu optimieren.